Heute gedenken wir der Millionen Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, entrechtet und ermordet wurden. Darunter auch Menschen mit Behinderung, die im Rahmen der sogenannten „Aktion T4“ grausam getötet wurden, weil ihr Leben als „nicht lebenswert“ angesehen wurde.
Allein in der Gedenkstätte Grafeneck wurden im Jahr 1940 über 10.000 Menschen ermordet. Hinter jeder Zahl stand ein Mensch mit einer eigenen Geschichte: mit Namen, Hoffnungen, Träumen und Familien. Diese Opfer erinnern uns eindringlich daran, dass unsere Verantwortung nicht in der Vergangenheit endet.
Im Rahmen unseres 60-jährigen Jubiläums besuchten Geschäftsführung und Bereichsleitungen der Lebenshilfe Aalen die Gedenkstätte Grafeneck. Die Begegnung mit den Biografien der Opfer war zutiefst bewegend und nachwirkend. Sie macht deutlich: Erinnern heißt auch, sich der Gegenwart zu stellen und für eine inklusive, menschliche Gesellschaft einzutreten.
Als Lebenshilfe Aalen setzen wir uns für das Recht eines jeden Menschen auf ein Leben in Würde ein. Wir stehen für Inklusion, für Menschlichkeit, für eine Gesellschaft, in der niemand ausgeschlossen wird. Erinnerung und Gedenken sind für uns nicht nur Pflicht: sie sind Auftrag und Verantwortung zugleich.
Wir erinnern. Wir mahnen. Wir handeln.
Bürokratieabbau ja – aber nicht auf Kosten von Schutz, Würde und Mitbestimmung Breites Bündnis startet landesweite Unterschriftenaktion gegen Abbau von Schutzrechten in Pflege und Betreuung
Das neue Teilhabe- und Pflegequalitätsgesetz (TPQG) steht im Februar nächsten Jahres zur Abstimmung. Ziel der Landesregierung ist Bürokratie abzubauen. Dieses Ziel teilt der Landesverband der Lebenshilfe ausdrücklich.
Doch der vorliegende Gesetzentwurf geht zu weit! Dagegen richtet sich jetzt eine landesweite Unterschriftenaktion, die wir mit einem Bündnis von vierzehn Betroffenen-, Pflege-, Behinderten- und Verbraucherschutzorganisationen abgestimmt haben.
Unter dem Vorwand der Entbürokratisierung sollen zentrale Schutz- und Mitwirkungsrechte von Menschen mit Pflegebedarf, Demenz oder Behinderung abgeschafft werden. Besonders betroffen sind ambulant betreute Wohngemeinschaften und Hospize. Gleichzeitig werden die Mitwirkungsrechte in Pflegeheimen und besonderen Wohnformen für Menschen mit Behinderung massiv geschwächt. Kein anderes Bundesland geht diesen Weg.
Wir sagen klar:
Vertrauenskultur braucht Mindeststandards.
Zivilgesellschaftliche Mitverantwortung braucht ein verlässliches staatliches Schutzversprechen.
Hier geht´s zu unseren Forderungen und der Unterschrift: https://bit.ly/unterschriftenaktion-pflegegesetz
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